Der deutsche Konzernbetrieb mit einem vielfältigen Produktspektrum sollte grundlegend reorganisiert werden, um die Effizienz zu steigern. Im Zuge der Situationsanalyse stellte sich heraus, dass die Verflechtung mit anderen Betrieben in Europa groß war. Es gab regelmäßig Probleme in der Zusammenarbeit, deren Ursache den jeweils anderen Partnern zugeschrieben wurde.
Der Auftrag war, ein Standortkonzept für den deutschen Betrieb unter Berücksichtigung der internationalen Kooperation mit den anderen Werken zu entwickeln. Zunächst sollten die anderen Betriebe nicht einbezogen werden, da man Unruhe befürchtete.
Vorgehen
Es stellt sich schnell die Vermutung als richtig heraus, dass nur eine grundsätzliche Neuausrichtung, die alle Betriebe einbezog, Aussicht auf Erfolg versprach. Daher wurde der Auftrag erweitert, eine Blaupause für die weitere Diskussion unter Einbeziehung der Betriebsleitung der anderen Standorte zu erarbeiten.
In mehreren intensiven Workshops mit der deutschen Betriebsleitung wurde das Leistungsportfolio für jeden Betrieb orientiert an dessen nationalen und technischen Schwerpunkten und unter dem Gesichtspunkt durchgehender Prozessverantwortung neu definiert. Die Prozesse waren das dominante Merkmal der neuen Organisation. Querschnittsfunktionen wurden gebündelt und auf die 3 Standorte verteilt, wobei jeder Standort für bestimmte Themen die Leadrolle übernahm.
Das Ergebnis wurde zunächst mit dem Vorstand, später mit dem Management der anderen Standorte diskutiert und fand weitgehend Zustimmung.
Ergebnisse
Das Konzept wurde weitgehend unverändert umgesetzt. Die internationale und damit standortübergreifende Verantwortung für die Leistungsprozesse zu übernehmen forderte die Führungskräfte in der Umstellphase jedoch ungemein. Nach ca. 2 Jahren waren die Hürden überwunden, die Prozessleistung stieg kräftig an.