Der Begriff Change oder Change Management findet heute vielfach inflationäre Verwendung. Oft werden jede Veränderung und jedes etwas größere Projekt im Unternehmen als Change Management bezeichnet.
Dies führt dazu, dass man annimmt, "changeerfahren" zu sein, selbst dann, wenn man realiter noch nie einen wirklichen Changeprozess erlebt geschweige denn als Manager gestaltet und voran getrieben hat. Auch wird manchmal das in der IT spezifische Verständnis von Change Management auf Organisationsprojekte übertragen – so wurde beim Start in eine Neuausrichtung einer IT Organisation Konzern im Brustton der Überzeugung davon gesprochen, man mache ständig Change Management und kenne sich da absolut aus ...Es gibt sicher viele Definitionen für Change Management. Hier eine aus dem Alltag des Change Management heraus geprägte.
Change Management ist ein systematisch angelegter Prozess, der Interventionen auf verschiedenen Ebenen einer Organisation zugleich vorsieht, um die Organisation darin zu unterstützen, herausfordernde Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse zur Erreichung eines grundlegend neuen Zielzustandes erfolgreich zu bewältigen.
Da das Management selbst i.d.R. zugleich Initiator und Objekt der Veränderung ist, erfolgt die Unterstützung meist durch externe oder interne Prozess- / Changeberatung in Form einer kontinuierlichen Prozessbegleitung.
Es gibt mindestens diese drei
Prozess: Eine verständigte Vorstellung davon, wie die Veränderung erfolgen soll (Prozessdesign), wie die Steuerung der Veränderung (Steuerungsarchitektur) erfolgen soll sowie idealerweise eine kompetente, entschiedene und zugleich sensible Prozessbegleitung.
Projektmanagement: Gut geplantes, verbindliches und zugleich flexibles Projektmanagement.
Change Management muss die gesamte organisationale Realität einer Organisation erfassen: Strategie, Prozesse, Struktur und – ganz wichtig! – eben auch die Kultur. Die Bearbeitung dieser Handlungsfelder sollte in einem flächendeckenden und in die Tiefe wirkenden Changeprozess erfolgen, der gut gesteuert wird und notwendigerweise einen Rahmen schafft und gestaltet für umfassende Kommunikation.
Diese Kommunikationsprozesse in Design und Durchführung effektiv und effizient anzulegen, ist eine der Erfolgsvoraussetzungen für Change Management. Denn die Veränderung muss verarbeitet werden, gerade auch mental. Und zwar auf allen Ebenen. Lässt man das Management an der Spitze dabei aus, bleibt die Veränderung aus! So hart ist das – und vielfach genau so erlebt.
Ein beeindruckendes Beispiel erfolgreichen Change Managements bietet der Changeprozess einer großen Stadt, die schon aufgegeben war - es handelt sich um Bogotá (siehe dazu "Bogotá und Change Management").